Chronik AMV Stadtkapelle Knittelfeld
Im Jahre 1876 wurde von musikbegeisterten Angehörigen der Knittelfelder Metallwarenfabrik „Haardt & Comp.“ eine Werksmusik mit dem Namen „Musikcapelle der Haardt’schen k.k. priv. Metallwarenfabrik“ (heutige Austria Email, vom damaligen Werksdirektor Herrn Haardt gegründet) ins Leben gerufen. Die erste nachgewiesene Ausrückung fand zum Geburtstag des Kaisers Franz Joseph im Gründungsjahr statt:
„Als Vorfeier fand am 17. Nachmittag vom schönen Wetter begünstigt ein Ausflug der Knittelfelder in den freundlichen nahen Kurort Rachau statt (...), in Summa wohl über 1000 Personen teils in einer endlosen Wagenreihe, teils zu Fuß unter Vorantritt der zum ersten Male öffentlich ausgerückten neuen Musikcapelle in schmucker Adjustierung ...“
Von Alois Köberl übernimmt 1892 Ernst Höller die musikalische Leitung, der neben der Kapellmeisterstelle noch Chorleiter, Komponist und hauptberuflich als Musikschuldirektor tätig ist. Die nachfolgenden Kapellmeister der Kapelle sind P. U. Kleinholz und Johann Bräuer.
Nach der Gründung der werkseigenen Fabriksfeuerwehr 1894 wird die Kapelle in „Feuerwehr-Capelle der Emaillier & Metallwaren-Fabriken Austria in Knittelfeld“ umbenannt. Von 1897 bis zu seiner Übersiedelung ins Sudetenland 1912 leitet Adolf Scholz, ein bekannter Klarinettist, die Werkskapelle.
1905 wird unter „Musikverein der Emailierwerke und Metallwarenfabrik Austria“ erstmals der Verein bei der k.k. Stadthalterei eingetragen.
Als Kapellmeister dient der Fabriksbeamte Karl Sommer von 1912 bis 1913 sowie nach dem Kriege von 1919 bis 1921.
Da 1914 viele Musiker zum Militär eingezogen werden, ist der „Austria Musikverein“ unter Josef Schweigert durch die Kriegsereignisse nicht mehr spielfähig. Einige ältere Musiker bleiben zusammen und halten auch in den Kriegsjahren Generalversammlungen ab.
Obwohl viele Musiker vom Krieg nicht mehr heimkommen, kann die Kapelle unter der bewährten Leitung von Karl Sommer Ende Mai die 25jährige Bestandsfeier der Austria-Feuerwehr musikalisch umrahmen. Im selben Jahr erhalten die Musiker von den Austria-Email-Werken eine Werks-Feuerwehr-Uniform.
Die Umbenennung der Kapelle in „Musikverein Austria in Knittelfeld“ erfolgt 1920. Der Musikschullehrer Franz Morautschnigg übernimmt die Kapellmeisterstelle und leistet für die Heranbildung der Jugend Großes.
Bei den politischen Veranstaltungen von 1924 bis 1934 trägt der Musikverein den Namen „Kapelle des Republikanischen Schutzbundes“ – Die Bezeichnung „Knittelfelder Arbeiter-Musikverein“ stammt laut Statuten aus dem Jahre 1926.
Die Kapellmeisterstelle übernimmt 1926 Wenzel Renner. Soweit bekannt wird die erste Auslandsreise zum Schutzbundtreffen am 9. August in Berlin durchgeführt. Weitere Konzerttermine auf dieser Reise sind in Britz und Neu-Köln.
Trotz der bitteren Zeit der Wirtschaftskrise 1930 – viele Musiker wandern wegen der Arbeitslosigkeit ab – versteht es Ferdinand Hinker, der in diesem Jahr die Musikalische Leitung übernimmt, den Klangkörper auf beachtlichem Niveau zu halten.
Nach den Februarereignissen 1934 wird die Arbeitermusik-Kapelle als „Stadtkapelle“ neu organisiert. Der Spielbetrieb kann unter der bewährten Leitung von Ferdinand Hinker bereits im Herbst wieder aufgenommen werden.
Die musikalischen Aktivitäten nehmen 1939 rapid ab, da die meisten Musiker zum Wehrdienst eingezogen werden. Der Verein muss das Musizieren einstellen, wird aber nicht aufgelöst.
Am 1. Mai 1946 ist es wieder soweit. Die Kapelle rückt das erste Mal aus, es wird in Zivil gespielt – die Stärke des Klangkörpers beträgt 12 Mann. Schnell finden sich wieder die Musiker zusammen, um den Verein wieder aufzurichten.
Um 1947 und 1948 unter Willi Braunreiter überhaupt auftreten zu können, bekommt der Musikverein leihweise „Austria-Feuerwehr-Uniformen“.
Dem unermüdlichen Wirken des Obmannes Karl Fuchs, des Kassiers Anton Herbst sowie dem NR-Abg. Max Eibegger ist es zu danken, dass die Kapelle 1949 fast neue amerikanische Offiziersuniformblusen aus dem Lager im Fliegerhorst Zeltweg erhält.
Ab dem Jahr 1950 trägt der Verein mit Stolz den Namen „Arbeiter-Musikverein-Stadtkapelle Knittelfeld“. Im selben Jahr übernimmt Karl Diemer die musikalische Leitung.
Musikschuldirektor Franz Morautschnigg übernimmt abermals 1954 die Stadtkapelle. Er leitete wie schon erwähnt die Kapelle von 1920 bis 1928. Durch die Vereinbarung mit dem Knittelfelder Feuerwehrkommando verpflichtet sich die Stadtkapelle die Veranstaltungen der Feuerwehr unter „Feuerwehrkapelle Knittelfeld“ musikalisch zu umrahmen. Für diese Ausrückungen erhält der Musikverein leihweise die Feuerwehruniform.
Durch die Genehmigung des Gemeinderates der Stadt Knittelfeld am 15.06.1956 erhält der Verein das Recht zum Führen des Stadtwappens auf Uniformen, Fahnen, Wimpeln, Diplomen und Briefpapier.
Eine Vereinbarung aus dem Jahre 1958 mit dem Arbeiter- und Angestelltenbetriebsrat und mit dem Krankenhilfs- und Hinterbliebenen-Unterstützungsverein der Emailwerke „Austria“ macht die gesamte Belegschaft des Betriebes zu unterstützenden Mitgliedern der Stadtkapelle.
Der schon vom 1950 bis 1954 als Kapellmeister tätige Karl Diemer übernimmt abermals 1961 die Stadtkapelle.
Gottfried Richter löst 1970 als neuer Obmann Karl Fuchs ab, Karl Diemer gibt den Taktstock an Adolf Plank weiter, doch schon im selben Jahr übernimmt der damals erst 21jährige Vollblutmusiker Karl Gütersberger die musikalischen Geschicke der Stadtkapelle. Sein erstes Konzert dirigiert der damals sicher einer der jüngsten Kapellmeister Österreichs am 03. Oktober 1970.
Von 17. bis 20. Mai 1975 begibt sich die Kapelle auf eine erfolgreiche Konzertreise nach Greffen in der Bundesrepublik Deutschland.
Der Verein bekommt 1980 einen neuen Obmann. Heliodor Sucher löst Gottfried Richter, der dem Musikverein 30 Jahre lang in verschiedenen Funktionen unermüdlich gedient hat, ab.
Anlässlich des 105jährigen Bestehens 1981 lädt die Kapelle zu einem Festabend, an dem sich die Musiker in ihren neuen Uniformen vorstellen.
Zu einem großen musikalischen Erfolg gestaltet sich die Konzertreise 1984 des AMV Stadtkapelle Knittelfeld nach Langenlonsheim bei Rüdesheim am Rhein in der Bundesrepublik Deutschland.
Am 1. April 1989 übernimmt Josef Ötschmaier die Stelle als Kapellmeister. Im selben Jahr erhält die Stadtkapelle erstmals in der Vereinsgeschichte ein eigenes Probenlokal von der Stadtgemeinde Knittelfeld im neuen Kultur- und Kongresshaus zur Verfügung gestellt. Josef Ötschmaier steht auch bei einer Konzertreise nach Wolfenbüttel (D) dem Klangkörper als Kapellmeister vor.
Da aus beruflichen Gründen Herr Josef Ötschmaier als Kapellmeister zurücktritt, übernimmt der Trompeter Siegfried Illigasch mit 01. Jänner 1992 die musikalische Leitung der Stadtkapelle und führt sie 1995 zur nächsten Auslandsreise nach Barcs in Ungarn.
Im Juli 1996 veranstaltet der Verein unter Festobmann Werner Hammer anlässlich des 120 – jährigen Vereinsjubiläums ein Fest am Zirkusplatz in Knittelfeld. Dabei wurde auch ein Bezirkstreffen der Musikkapellen des Bezirkes Knittelfeld am Hauptplatz der Stadt, mit anschließendem Festumzug zum Zirkusplatz abgehalten.
Bei der Jahreshauptversammlung im Jänner 1997 gab Heliodor Sucher nach 17 Jahren das Amt des Obmanns an Werner Hammer weiter. Der Höhepunkt in diesem Vereinsjahr war sicherlich der Ausflug nach Varazdin in Kroatien zu einem internationalen Musiktreffen, bei dem die Stadtkapelle Österreich vertreten durfte.
Im Jahre 1998 folgte unter Kapellmeister Siegfried Illigasch eine Konzertreise zu einem internationalen Musikfestival nach Steti in Tschechien.
Nach acht Jahren als Kapellmeister reichte Siegfried Illigasch den Taktstock im Jahr 2000 beim Wunschkonzert an Kapellmeister Heinz Hammer weiter.
Eine weitere Konzertreise nach Tschechien unternahm der Musikverein im Juni 2003 nach Decin, wo wiederum ein internationales Musiktreffen abgehalten wurde.
Bei der Jahreshauptversammlung im April 2005 übergab Werner Hammer die Funktion des Obmannes an Ing. Max Weissenbäck.
Ihr 130 -jähriges Bestehen feierte der Klangkörper im Juni 2006 mit einem 2- Tagesfest in der Landesausstellungshalle Knittelfeld. Im Rahmen dieses Festes wurde am Fest-Freitag ein Treffen der Knittelfelder Kulturvereine, und am Fest-Samstag das Bezirkstreffen mit Marschwertung abgehalten.
Der Kpm. Heinz Hammer wurde im September 2008 von Dipl.-Ing. Wilfried Klade als Interimskapellmeister abgelöst. Im Oktober 2008 erreichte der Klangkörper unter dem Stabführer Thomas Hammer bei der Marschwertung in Feistritz mit dem Bozner Bergsteiger Marsch einen „Ausgezeichneten Erfolg“ in der Stufe „D“. In Pöls nahm der Musikverein im November bei der Konzertwertung mit den Stücken „Des Riesen Nixe“ und „Festliche Impressionen“ teil, und erreichte einen „Sehr guten Erfolg“ in der Stufe „C“.
Bei der Jahreshauptversammlung im März 2009 gab Ing. Max Weissenbäck die Funktion des Obmannes an Dr. Manfred Pölzl weiter. Im Juni 2009 unternahm der Klangkörper eine Konzertreise nach Allerheiligen bei Wildon, sowie zum Villacher Kirchtag. Dabei wurde der Klangkörper vom Knittelfelder Bürgermeister Siegfried Schafarik begleitet, und vom Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter, welcher ein gebürtiger Knittelfelder ist, auf das Herzlichste begrüßt.
Im September 2009 übergab Kpm. Dipl.-Ing. Wilfried Klade den Taktstock an Kpm. Heribert Kranz, welcher
von da an auch in der Musikschule Knittelfeld als Trompetenlehrer tätig ist. Im November 2009 veranstaltete der
Musikverein ein Kirchenkonzert in der Stadtpfarrkirche Knittelfeld.
Im September 2012 übernahm Kpm. Dipl.-Ing. Wilfried Klade wieder den Taktstock von Kpm. Heribert Kranz. 
 
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